Maria La Force



Mein Statement

Ich bin als Kind von mehreren Personen missbraucht worden, die immer Vertrauenspersonen waren.
Allein diese Tatsache, macht meine Missbräuche für viele Menschen unglaubwürdig.
Es ist in der heutigen Zeit immer noch schwierig, Menschen zu finden, die es ernst nehmen,
wenn man ihnen sagt, dass man missbraucht worden ist. Wenn sie es glauben, ist es jedoch schwer
oder unmöglich ihnen begreiflich zumachen, dass man heute noch unter den Folgeschäden leidet.
Es ist jedoch nur so schwer, weil zu wenig Aufklärungsarbeit geleistet wird. Hiermit spreche ich die
Medien an, die immer nur dann berichten, wenn mal wieder etwas passiert ist. Wenn berichtet wird,
dann passiert dieses immer nur sensationell und punktuell. Über viele gesellschaftliche Probleme
wird Aufklärungsarbeit geleistet. Dokumentarfilme werden gezeigt und es man diskutiert, wie man
etwas verändern oder verhindern kann.

Was aber ist mit dem Problem des Missbrauchs und das auf der ganzen Welt?
Denn was wir erleben (erlebten) ist Zores (Not Bedrängnis Kaos). Wie viele von uns wurden getötet
oder waren nicht lebensfähig und haben den Freitod gewählt?
Selbst ich habe zwei Selbstmordversuche hinter mir, die jedoch Gott sei gedankt fehlgeschlagen sind.
Wie viele von uns nehmen Drogen, schaffen den Ausstieg nicht und sterben einen Tot auf Raten?
Wie viele prostituieren sich, bekommen Aids und sterben ebenso auf Raten?
Im Nachhinein kann man nicht mehr feststellen, warum einer in den Freitod ging oder warum er an
Drogen starb. Es liegt im Bereich des möglichen, das jeder Zweite ein Missbrauchsopfer war.
Wie viele sollen noch sterben, weil sie nicht lebensfähig sind, durch das mangelnde Angebot
gezielter effizienter Hilfe?

Wo ist unsere Aufklärungsarbeit, wo können wir diese Hilfe bekommen?
Wo ist das Marktangebot, wo werden wir ernst genommen und wo finden wir Gerechtigkeit?

Entscheidet sich ein Opfer zu einer Anzeige, wird es vom Gericht noch einmal zum Opfer gemacht.
In den meisten Fällen werden die Täter freigesprochen oder bekommen Bewährung.
(Wird ein Mörder direkt wieder auf freien Fuß gesetzt, wenn er gemordet hat, oder bekommt er
nicht auch erst mal eine Gefängnisstrafe?) Das wiederum hat zur Folge, dass die Opfer erst gar
nicht anzeigen und die Täter fleißig weitermachen können.
Das Thema Missbrauch ist immer noch so tabu, dass die meisten Menschen Angst haben,
sich damit auseinander zu setzen, und somit wieder die Opfer Angst haben, an die Öffentlichkeit
zu gehen (Angst vor Ächtung). Würden sich die Medien mit dem Thema Missbrauch mit mehr Engagement auseinandersetzen, wäre schon viel für uns gewonnen.
Unter Auseinandersetzen verstehe ich, immer wieder zu berichten und zu diskutieren über Missbrauch, seine Folgen, welche Lücken in unseren Gesetzen bestehen, wie wir sie verändern können, und über die Betreuung der Opfer, sodass sie wieder ein einigermaßen normales Leben führen können.

Ich habe mehrere Selbstmordversuche hinter mir. Als ich diese jedoch begangen habe,
hatte ich meine Missbräuche so verdrängt, dass sie nur im Unterbewusstsein vorhanden waren.
Da sie aus meinem direkten Gedächtnis verschwunden waren, konnte ich an dieser Thematik
gar nicht arbeiten, und damit die Selbstmordversuche auch nicht verhindern. Den meisten ist
es gar nicht bewusst, dass sie Missbrauchte sind. Im Alter von 36 Jahren kam diese Thematik nach und nach hoch.

Die zufällige Therapie ergab sich so:
Ich gab meinen Sohn zum Schutz vor Misshandlung durch meinen Exmann ins Heim. Dadurch
kam ich an meinen Psychologen, der dort arbeitete. Dieser Therapeut arbeitete ganz anders,
als es üblich ist. Das heißt, wenn akute Situationen waren, bekam ich sofort einen Termin am gleichen Tag.
Zusammen mit meinem Therapeuten bearbeitete ich das Erlebte, um die Gründe herauszufinden,
die mein Unwohlsein verursachten. Durch diese Ermittlung lernte ich es, immer öfter selbst herauszufinden,
warum ich mich nicht wohl fühlte, sodass ich immer öfter für ähnliche Situationen keinen Therapeuten
mehr brauchte. Es kommt auch heute noch vor, dass ich durch Folgeschäden wieder in Situationen komme, in der ich therapeutische Hilfe brauche. Doch jetzt ist es sehr schwer, da mein Therapeut verzogen ist, und er für mich somit nicht mehr zur Verfügung steht. Dadurch habe ich die Erfahrung gemacht, dass mein Therapeut die Ausnahme der Regel war. Nach einem Zusammenbruch vor kurzer Zeit bekam ich das erste Mal seit sieben Jahren Psychopharmaka statt Therapie. Nach zwei Wochen habe ich das Medikament abgesetzt, weil ich an der Ursache arbeite und dies nicht von Medikamenten unterdrückt werden darf. Denn die Einnahme von Medikamenten kann ja nicht die Lösung zur Bewältigung der Probleme sein.
Mein Engagement ist es, diese Zustände zu verändern. Meine Schritte bewegen sich dahin, zu enttabuisieren, nicht mehr nur sensationell oder punktuell zu berichten, sondern vernünftige Aufklärungsarbeit zu leisten.

Maria

 



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